Biss in die Ewigkeit - Die Entstehung

July 23, 2012  •  1 Kommentar
Set zum Foto "Biss in die Ewigkeit"
Foto: Nadine Gerber

Da mir bei dem Event Massenshoot aufgefallen ist, dass man zwar die Entwicklung bei der Bearbeitung doch gut mitverfolgen konnte, aber für Detail-Erklärungen wenig bis keine Zeit blieb, habe ich mir gedacht: Ich schreibe hier nochmal die einzelnen Entwicklungsschritte auf, die zu dem fertigen Bild geführt haben.

Kurz zum Thema, welches wir uns ausgedacht hatten: Da das Model Manuela Schwarz aus einer Edelstein-Gegend kommt, sind wir irgendwie auf das Thema "Diamant" gestoßen. Da ich einen Fable für Vampir-Looks habe und Manuela das auch auch gerne mal machen wollte, fanden wir das Wortspiel mit der Ewigkeit (Haltbarkeit eines Diamanten im Zusammenspiel mit dem ewigen Leben der Vampire) eine coole Idee: "Biss in die Ewigkeit" - angelehnt an die Twilight-Titel.

Unterstützt wurden wir von der spontan eingesprungenen Visagistin Domenyka und dem Assistenten Ewald, der extra für das Event aus Belgien angereist kam! Nochmal Danke an euch alle!

Das Lichtsetup, welches ich mir überlegt hatte, waren zwei Striplights von vorne, die ihre Augen (durch Reflex im Katzenaugen-Look) betonen und mir eine gleichmäßige Ausleuchtung für eine glatte, makellose Haut verschaffen. Durch eine leichte Verschiebung der Helligkeit nach links (linkes Striplight etwas heller eingestellt) möchte ich mir einen Helligkeitsunterschied für die spätere Bearbeitung auf der mir abgewandten Seite schaffen. Zwei Striplights von hinten, sorgen für eine leichtes Streiflicht. Der graue Hintergrund bekommt leicht Licht von vorne, was ihn nicht ganz schwarz, aber doch sehr dunkel hält.

Lichtstup

Makingof
Foto: Nadine Gerber

Manuela hat ihr Posing super schnell umgesetzt, so dass die eigentliche Bildidee recht schnell "im Kasten war". Dann hatten wir noch Zeit ein paar weitere Bilder zu erstellen: Einmal ein Portrait von vorne und einmal eine Grundlage für ein späteres Composing im Sitzen (dann mit Boden und Wand). Dafür haben wir dann das Licht umgebaut.

Die anschließende Bildauswahl haben wir dann in der Zeit auch noch hinbekommen.

Während mir der fotografische Part weniger im Magen lag, hatte ich echt Bammel vor den 30 Minuten, die mir für die Bearbeitung blieben. Diese sind wirklich verdammt knapp bemessen und ich muss sagen, dass ich für solche Bilder meistens mehr als 1-2 Stunden investiere, meinen eigenen Rechner und eigene Bedienelemente verwende. Daher bitte über manche "Schlampereien" etwas hinwegsehen, die ich mir normalerweise so nicht leiste :)

 

Leinwand
Foto: Nadine Gerber



Zunächst das Bild, wie es aus der Kamera kam:

Originalbild20120721_102856__MS3-133

Bei der Auswahl habe ich auf die Merkmale, die für die kommende Bildbearbeitung relevant waren besonders geachtet: Lichtverteilung, Zähne, Haltung und Blick.

Als erstes habe ich das Model freigestellt, damit ich für spätere Schritte diese Maske schnell wieder laden kann. Dann habe ich den Hintergrund mit etwas Struktur versehen. Dafür habe ich ein Bild von einer rauhen Wand im Modus "Ineinanderkopieren" über das Originalbild gelegt und durch eine Tonwertkorrektur-Ebene die Helligkeit angepasst. Das Model habe ich ausmaskiert, so dass die Textur nur auf den Hintergrund wirkt.

Hintergrund eingefügt


Der nächste Schritt sind die Vampir-Zähnchen: Hier war die Hauptschwierigkeit aus dem fast geschlossenen Mund (es sollte ja kein verzerrtes "Horrorbild" sein, sondern eine Sexy, bella Vampirlady) die Vampirzähne zu machen. Ich habe dann aus einem der Schneidezähne den Zahn geformt und diesen entsprechend dupliziert und jeweils transformiert, um sie an die Stelle der Eckzähne zu platzieren. Mit ein wenig Dodge & Burn bekommen die Zähne eine etwas plastischere Wirkung:

Beiserchen Für die Augen habe ich die "Katzenaugen"-Reflexe der Striplights noch etwas mit einem weißen Pinsel nachgemalt und weichgezeichnet.

Augen Alle Ebenen zusammengefasst und mit "Nik Color Effex Pro4" Kontraste erhöht, Haut entsättigt und etwas weichgezeichnet:

Hautlook

Damit die Haut noch einen etwas kühleren Farbton bekommt, habe ich eine blaue Volltonebene mit Verrechnungsmodus "Weiches Licht" über die Hautpartien gelegt.

Haut blau

Wer die Twilight-Filme kennt, hat den Glitzereffekt auf der Haut in der Sonne der Vampire gesehen. Das habe ich versucht hier nachzubauen. Daher sollte auch der hintere Teil des Gesichts etwas stärker beleuchtet (heller) sein, als der vordere. Dazu habe ich im Modus "Negativ Multiplizieren" mit hellgelber Farbe Sternchen auf die Haut gemalt, anschließend auf einer neuen Ebene blaue Sternchen auf Haut und Umgebung, die ich dann mit dem Bewegungsunschärfe-Filter zu Strahlen gemacht habe. Mit dem Transormationswerkzeug, habe ich die Richtung etwas gefächert, so dass es nicht so statisch aussieht, sondern wirklich als Reflexion von Licht zu erkennen ist.

Hautglitzer Auf besonderen Wunsch des Models habe ich ihr dann noch die Haare rot eingefärbt und anschließend einen Lichtschein von außen in das Bild fliesen lassen:
Haare & Licht

Abschließend bin ich noch einmal mit den Nik-Filtern (ColorEffexPro4) über das Bild gegangen und habe mehr Kontraste, etwas Entsättigung und eine Vignette hinzugefügt:

Final1

Auf dem Monitor erschien mir das Bild dann noch zu flach, so dass ich mit einer Schwarz-/Weiß-Einstellungsebene im Modus "Weiches Licht" die Kontraste insgesamt nochmal etwas angehoben habe - auf anderen Monitoren finde ich es im Nachhinein zu dunkel. Aber das war eben der Moment.

Final2

Ich hoffe das hat das, was man vielleicht während der schnellen halben Stunde nicht gesehen hat noch etwas verdeutlicht.

Abschließend noch das Vorher-/Nachherbild:

Vorher-Nachher Über Rückmeldung und Kommentare freue ich mich immer, und sollten noch Fragen sein oder noch mehr Infos gewünsch: Gerne eine Nachricht schreiben und/oder mich ansprechen.

 


Kommentare

Sascha Kämmer(nicht registriert)
Hey guten Morgen Knut...

Super Making Of von dir. Ist ja schon wie ein Mini Tutorial :-)
Gefällt mir sehr gut.

Lg Sascha
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