
TfP - Was ist das?
TfP (Time for Prints) wird heute leider oft irrtümlicherweise als Synonym für "kostenlos" benutzt. Doch ein Fotoshooting auf TfP-Basis heißt nur, dass beide Seiten (Model u. Fotograf) die Kosten für ihre Leistungen selber tragen. Für mich heißt das inkl. dem notwendigen Equipment (Fotograf: Kamera, Computer, Software, Licht, Studio, etc. | Model: Makeup, Haare und Styling/Outfit). Nutzen können beide Seiten die Bilder im privaten Bereich und auch für Eigenwerbung. Eine darüber hinaus gehende Nutzung erfordert einen Zusatzvereinbarung. Das wird in einem Vertrag, dem TfP-Vertrag, festgehalten.
Mir ist ein beideseitiges Einverständnis des Vertrags wichtig. Deshalb können meine Modelle sich den Vertrag inhaltlich auf meiner Internetseite anschauen und ich schicke bei Terminvereinbarung ein Exemplar per Email an das Model. So können Unklarheiten oder Extrawünsche vorab geklärt und evtl. der Vertrag entsprechend angepasst werden.
Papierberg vs. Digital
Anfänglich habe ich die Verträge immer in doppelter Ausfertigung ausgedruckt und beim Shooting entsprechend unterschrieben. Doch so sammelt sich mit der Zeit ein Berg von Papier an, der wieder "abgeheftet" und archiviert werden muss. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen das ganze digital zu lösen: Dabei gibt es diverse Apps auf Smartphones, die einem dabei helfen. Ich habe mir mehrere angeschaut, bin aber bei "Easy Release" hängen geblieben. Da ich nur ein iPhone habe, kann ich nur über die iOS-Apps berichten. Aber gerade "Easy Release" gibt es wohl auch für Android. Vielleicht kann noch jemand ein paar Worte zu Android-Apps schreiben.
Die "Vertrags"-Apps
Contract Maker Pro
"Contract Maker Pro" ist in einer Light-Version im Appstore zu haben, um sich das ganze mal anzuschauen. Die App kann sicherlich viel und konnte zu Anfangszeiten schon mit vielen benutzerdefinierten "Feldern" umgehen. Leider war und ist mir die Oberfläche zu schlecht und hässlich gestaltet. Man muss zwischen sehr vielen, spartanisch anzuschauenden Seiten hin- und herspringen. Der Vertrag, der zum Schluss rauskommt ist auch nicht wirklich schön.
iRelease
"iRelease" arbeitet mit einem eigenen Online-Account, bei dem man sich zuvor registrieren muss. Damit ist das für mich schon ausgeschieden. Denn ich bin mir nicht sicher, ob die Modelle ihre persönlichen Daten auf einem herstellereigenen System abgespeichert haben wollen - ohne dem Hersteller etwas unterstellen zu wollen. Optisch hat sie einen guten Eindruck gemacht. Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich sie mir wegen dem Online-Account auch nicht wirklich näher angeschaut habe.
Model Release

"Model Release" ist (im Moment zumindest) gratis. Die App für iPhone oder iPad gefällt mir sehr gut: Eine optisch ansprechende und einfach zu bedienende Oberfläche in deutsch und für wenig bzw. kein Geld sicherlich ein echter Tipp. Einige "Felder" zum personalisieren des Vertrags, wie Modelname, Model-Alter, etc. sind bequem einzufügen. Die Verwaltung der verschiedenen Verträge geschieht über das Einstellungsmenü, genauso wie die Daten des Fotografen inkl. Unterschrift, die dort als Vorgaben hinterlegt werden. Nett ist auch die Unterstützung des GPS-Moduls für Location-Vorgaben.

Und damit kommen wir schon zu den "negativ" bzw. fehlenden Punkten: Es kann kein LOGO hinterlegt werden und es gibt keine frei definierbaren Felder. Beim Verschicken des Vertrags muss man die Email-Adressen von Hand eintragen. Hier wäre es schön gewesen, wenn man direkt an die vorgegebene Email-Adresse des Fotografen bzw. Models (oder beide) den Vertrag im aktuellen Zustand schicken könnte. Eine iCloud-Synchronisation konnte ich ebenfalls nicht entdecken. Besonders gut gefällt mir das Layout des fertigen PDF-Vertrags, bei dem es die Möglichkeit noch gibt die Schriftgröße anzupassen:
Die App "Model Release" sieht sehr vielversprechend aus und kann sicherlich mit den oben genannten Einschränkungen empfohlen werden! Mehr Infos findet man auf der Webseite des Herstellers.
Easy Rlease

"Easy Release" ist meine favorisierte App. Sie ist sehr ähnlich dem oben vorgestellten "Model Release", beinhaltet aber viele Punkte, die ich dort als "fehlend" empfunden habe. Vollständige Infos findet man auf der Entwicklerwebsite. Was mir besser gefällt als an "Model Release":
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Bildvorschau in der Übersicht
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Frei definierbare Felder für den Vertrag
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Einschaltbare iCloud-Synchronisation
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Logo im Vertrag
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Verträge werden per Knopfdruck (beteiligten Adresse(n)) verschickt
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Es gibt neben dem PDF-Vertrag noch eine JPG-Variante
Man muss aber ehrlicherweise auch sagen: Diese App ist nicht gratis!
Was ich mir noch wünschen würde:
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Layout des Vertrags anpassbar (Schriftgröße, Blocksatz, etc.)
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Checkboxen/Auswahllisten für zusätzliche Felder
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GPS-Vorschlag für Shooting-Location
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Einstellbarer Standardtext für das Verschicken des Vertrags per Email
Auch wenn mir das Vertragslayout bei "Model Release" besser gefällt, ist es bei Easy Release auch ordentlich:

Mein Arbeitsablauf mit Easy Release
Sobald ein Termin zu einem Shooting feststeht, wird ein neuer Eintrag in Easy Release gemacht. Üblicherweise trage ich vorher die Kontaktdaten ein, so dass ich diese direkt für ein Shooting verwenden kann. Nach Eintrag des Shooting-Datums, Orts und Bezeichnung, kann ich bereits einen Vertrag erstellen, der dann per Knopfdruck mit einer Mail an das Model zur Vorabprüfung geschickt wird. Beim Shooting zücke ich dann meinen "Stift" (Alupen von JustMobile). Mit diesem kann dann das Model direkt auf dem Smartphone unterschreiben lassen. Anschließend wird der fertige Vertrag mit beiden Unterschriften an Model und mich per Mail geschickt. Damit kann ich den Vertrag als PDF ausdrucken oder einfach nur digital Abspeichern.
Wie macht ihr das? Welche Erfahrungen habt ihr als Models mit Verträgen gemacht? Findet ihr das so gut? Oder doch lieber Papier? Schreibt mir eure Meinungen und Erfahrungen mit Verträgen!
Hinweis: Die Screenshots der Apps in diesem Beitrag sind teilweise aus dem iTunes-Store kopiert.