Langzeitaufnahmen bei Tageslicht

March 10, 2016  •  Kommentar schreiben

Der fotografische Teil

Das Problem bei Tages- und Sonnenlicht: Wir haben viel davon :)

In meinen Grundlagenkursen zur Fotografie haben alle gelernt: Bei viel Licht, verwende ich kurze Belichtungszeiten und geschlossene Blenden. Nun möchte ich aber besonders lange belichten, damit ich bewegte Motive "verschwimmen" lasse, wie zum Beispiel bei Wasser (See, Meer, Wasserfälle, etc.).

Um die Belichtungszeiten zu verlängern, kann ich als erstes die ISO-Zahl so klein wie möglich machen. Doch bei den meisten Kameras ist bei ISO100 schluss. Blendenzahl so groß wie möglich machen - wir erinnern uns: Kleinere Blende (d.h. große Blendenzahl) werden durch längere Belichtungszeiten ausgeglichen.

Kleine Tabelle zur Erinnerung und Verdeutlichung, für welche Kombinationen ein korrekt belichtetes Bild herauskommt bei z.B. ISO200:

Kombination von Blendenwert (f) und Belichtungszeit (t) für korrekte Belichtung
 
t (in Sekunden) f
1/3200 4
1/2000 5.6
1/1000 8
1/400 11
1/200 16
1/100 22

 

Wenn ich nun eine Zeit von ca. 10 Sekunden haben wollte, müsste ich also die Blende weiter schließen, was aber bei den meisten Objektiven nicht geht. Spätestens bei f45 ist auch bei teuren Ojektiven schluss. Also müssen wir den Lichteinfall anders verhinden. Dazu gibt es sogenannte Graufilter - oder auch ND (neutral density) Filter. Solche Filter schraubt man vorne auf die Linse drauf.

Ich habe beispielsweise einen Graufilter 1000x / ND3 gekauft. Dieser entspricht einer Abdunklung um ca. 10 Blenden (1000fach  (10^3) weniger Licht). Damit kann ich also bei Blende 16 (1/200 - 1/100 - 1/40 - 1/20 - 1/10 - 1/4 - 1/2 - 1s - 2s - 4s - 10s) 10 Sekunden belichten und erhalte ein korrekt belichtetes Bild.

Genau das habe ich also mit der Panasonic GX8 und dem 14-140mm Objektiv bei 14mm gemacht. Für 10 Sekunden benötigt man natürlich auch ein Stativ, das die Kamera stabil und ruhig stehen lässt. Das Ergebnis bei f16 und 10 Sekunden sieht dann so aus:

Die Bäume und Gräser haben sich natürlich im Wind auch etwas bewegt - aber nicht so viel wie das Wasser mit permanentem, leichtem Wellengang.

Meine Erfahrung mit (Grau)filtern

Natürlich gibt es preislich bei den Graufiltern große Unterschiede. Die Qualität ist jedoch nicht immer entsprechend dem Preis. Obwohl ein Graufilter das vielleicht nicht vermuten lässt: Die Farben werden bei billigen, wie teuren Graufiltern verfälscht. Daran ist in erster Linie die Weißabgleich der Kamera schuld, der bei den verschiedenen Graufiltern offenbar irritiert wird. Man muss also später (z.B. in Lightroom) das Bild farblich korrigieren. Oder man spielt mit dem manuellen Weißabgleich so lange herum, bis das Bild in der Kamera schon passt.

In anbetracht dessen, dass ich Graufilter nur sehr, sehr selten benötige (eigentlich nur bei Landschaftsaufnahmen z.B. mit Wasser), habe ich mich für preiswertere Graufilter von Haida entschieden. Den Unterschied zu teureren Graufiltern konnte ich nicht als lohnende Investition erkennen :)

Filtergrößen

Je nach Objektiv(durchmesser) benötigt man unterschiedliche Größen von Graufiltern. Damit ich mir nicht für jeden Durchmesser meiner Objektive einen Filter kaufen muss, habe ich den größten Durchmesser angeschafft (82mm) und einen Satz Adapter-Ringe gekauft, mit dem ich den 82mm-Graufilter auf bis zu 52mm Objektiv-Durchmesser verwenden kann. Bei mehr Weitwinkel und noch kleineren Durchmessern, könnte ich mir eine Abschattung vorstellen. Bei 52mm ging es noch gut. Das sieht dann zwar etwas doof aus - aber für das eine Bild ist das ok.

Nachbearbeitung in Lightroom

Wer das Titelbild anschaut, wird sich nun aber fragen "Das sieht doch ganz anders aus!?". Da es zwar blauen Himmel gab - aber sonst die Umgebung und das Wetter eher langweilig war, habe ich mit Lightroom das vorhandene etwas aufgewertet, um es zu einem richtig schönen Bild zu machen. Wie man so etwas macht, lernt ihr auf meinen Lightroom-Kursen. Wenn die Nachfrage hoch genug ist, mach ich auch noch ein kleines Video-Tutorial dazu. Ansonsten müsst ihr mit dem Vorher-Nachher vorlieb nehmen :) Aber es ist eine ca. 5 Minuten-Bearbeitung gewesen...

Hier noch eine weitere Variante mit noch mehr Farbe:

Bei Fragen - stellt diese einfach hier in den Kommentaren, bei Facebook oder schreibt mir! Und nun viel Spaß beim nachmachen.


Kommentare

Keine Kommentare veröffentlicht.
Wird geladen...

Ich freue mich sehr über Anmerkungen zu meinen Beiträgen. Das muss nicht nur auf Facebook sein: Auch hier dürft ihr gerne kommentieren. Wenn ihr etwas interessant findet, teilt es doch über Facebook. Bei Fragen, dürft ihr diese gerne in den Kommentaren stellen oder mich auch direkt anschreiben. Ich beantworte gerne eure Fragen.

Abonnieren
RSS