JPG vs. RAW

February 02, 2016  •  Kommentar schreiben

JPG - was jeder kennt

Um was es hier geht: Wenn man mit einer Digitalkamera ein Bild macht, wird das für viele als JPG gespeichert. JPG ist ein Dateiformat, dass Bilddaten komprimiert. Warum blos? Die Millionen von Pixeln (Bildpunkten), die der Sensor einer digitalen Kamera aufzeichnet (zum Beispiel 20 MegaPixel = ca. 20 Millionen Bildpunkte in jeweils 256 Farben), verschlingen unkomprimiert viel Speicherplatz. D.h. es würden nur wenige Bilder auf eine Speicherkarte passen. Um hier etwas wirtschaftlicher den Speicherplatz nutzen, werden die Bilddaten komprimiert (zusammenfasst). JPG kann das (in verschiedenen Stufen: Fine, Basic, Standard, etc.) mit ein paar durchaus akzeptablen Verlusten tun. Damit erreicht man, dass x-Mal so viele Bilder auf die Speicherkarte passen.

Was ist nun RAW ?

Die "besseren" Kameras können auch noch ein anderes Format verwenden: Das RAW-Format. Hier werden mehr Informationen (die Roh-Daten) direkt vom Sensor in ein (meist Hersteller spezifisches) RAW-Format geschrieben. Auch hier kann eine Kompression statt finden. Doch meistens ist diese nahezu verlustfrei. Außerdem werden oft nicht nur 256 Farben pro Pixel verwendet, sondern 65536. Nachteil: Die Dateien werden wieder viel größer - d.h. weniger Bilder gehen auf die Speicherkarte. Außerdem braucht man spezielle Programme, die dieses Format kennen und damit umgehen können. Aus dem RAW-Format können mit Hilfe dieser Programme dann wieder JPGs gemacht werden.

Wozu dann RAW ?

Weil der Mehrwert an Informationen, die im RAW stecken durchaus sehenswert sein kann: Durch die 65536 Farben, können vielmehr Abstufungen gemacht werden. Was also bei einem JPG einfach nur "Weiß" ist, ist im RAW vielleicht noch Dunkelweiß. Warum das wichtig ist? Weil rein weiße Stellen in einem JPG-Bild (man spricht von "ausgebrannt") im RAW-Bild noch unterschieden werden können. D.h. man kann im RAW noch Details erkennen, die im JPG nicht mehr zu sehen sind. Außerdem kann man damit Bilder, die sonst über- bzw. unterbelichtet belichtet sind noch retten, bevor man dann ein JPG daraus macht.

In der Praxis

In der Praxis ist RAW natürlich nicht immer die Mehrarbeit und der Speicherplatz wert. Manchmal sieht man kaum einen Unteschied. Und man muss natürlich durchaus sehen, das die internen Kamera-Umwandlungen nach JPG mittlerweile bei vielen Kameramodellen sehr, sehr gut sind. Dennoch ist es ärgerlich, wenn man einen super schönen Sonnenuntergang mit ausgefranzter Sonne hat, weil man beim Fotografieren etwas geschlampert hat und ein RAW hätte hier noch ein perfektes Bild draus machen lassen.

Daher gibt es die Möglichkeit mit RAW+JPG gleichzeitig zu fotografieren. Kostet zwar etwas mehr Speicherplatz. Aber dafür hat man im "Notfall" noch das RAW und ansonsten die JPGs. Genau das habe ich nun  mal gemacht und ein Bild der Panasonic Lumix GX8 verwendet. In Lightroom habe ich für euch mit den gleichen "Bearbeitungen" die beiden Bilder mal nebeneinander gestellt:

Hier in der 100%-Ansicht sieht man im RAW noch Details der Haare, beim JPG sind diese schon verschwommen. Wenn man das nun aber im ganzen Bild sieht, wird man diese Unterschiede natürlich nicht mehr so warnehmen:

RAW JPG Auf einem guten Druck - oder in einer entsprechenden Auflösung im Internet, sieht man vielleicht schon, dass das RAW-Bild einen Tick "brillianter" wirkt?! Vielleicht auch nur Einbildung. Bei Ausschnitten wird das dann deutlicher.

Viel beeindruckender wird der Unterschied, wenn natürlich das Licht und die verwendeten Objektive die Auflösung des Sensors entsprechend ausnutzen. Bei Gelegenheit zeige ich das dann nochmal mit einem hochwertigen Objektiv an meiner Nikon D810 bei 36MP :)

Wer mehr darüber wissen möchte, darf gerne nachfragen, oder nimmer an einem der Kurse teil, die ich zum Thema Digitale Fotografie und Lightroom dieses Jahr anbiete.


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