Fotos aus dem fahrenden Auto

September 08, 2015  •  Kommentar schreiben

DSC_2971DSC_2971Bretagne 2015 Fotos aus dem fahrenden Auto heraus sind nicht wirklich schwierig, wenn man ein paar Dinge dabei beachtet. Neben Paparazzis kann man das auch im Urlaub oder an vielen Stellen einsetzen, bei denen man sich eben im Auto befindet und während der Fahrt Aufnahmen machen möchte. Selbstverständlich nicht als Fahrer, sondern als Beifahrer :)

Fotografischer Teil

Grundlegend gibt es drei Probleme:

  • Sichbereich eingeschränkt (Scheibe, Karosserieteile, etc.).
  • Das Auto wackelt.
  • Das Motiv bewegt sich am sehr schnell vorbei.

Idealerweise sucht man sich sein Motiv relativ weit weg vom Auto aus. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens verringert man so die Geschwindigkeit, mit der das Motiv sich bewegt und zweitens kann ich mit möglichst offener Blende arbeiten, da sich die damit verbundene, fehlende Schärfentiefe hier nicht mehr so störend auswirkt. Daraus folgt auch gleich, dass ich am besten eine lange Brennweite (105mm oder mehr) verwende und keine Elemente aus dem Vordergrund mit ins Bild integriere.

Ein weiterer Vorteile einer offenen Blende: Ich kann sogar durch eine Scheibe hindurch fotografieren, da störender Dreck darauf bei offener Blende und Fokus auf weit entferntem Motiv so unscharf werden, dass man das kaum sieht. Um übrigens Spiegelungen der Scheibe beim Durchfotografieren vorzubeugen, sollte man die Gegenlichtblende abnehmen und so nah wie möglich an die Scheibe herangehen.

Gegen Wackeln hilft zum einen ein Bildstabilisator, zum anderen verwende ich eine möglichst hohe Belichtungszeit, die schnelle Bewegungen einfriert. Ein guter Wert ist hier 1/1000 Sekunde. Je nach Geschwindigkeit, die das Motiv relativ zu mir hat, geht auch etwas weniger oder benötige ich etwas mehr. I.d.R. fahre ich mit dieser Belichtungszeit jedoch ganz gut.

Aufgrund dieser Erkenntnisse kann ich die Kamera vermutlich nicht im Automatik-Modus benutzen. Entweder Belichtungszeit-Vorgabe (bei Nikon heißt das S) oder Manueller Modus (M). Im manuellen Modus ist bei neueren Kameramodellen die ISO-Automatik sehr hilfreich. Aber es geht auch ohne: Einfach mit ein paar "Probeschüssen" die Belichtung über den ISO-Wert mit S=1/1000, A=[min. Blendenwert, z.B. 2.8 oder 4] grob richtig einstellen. Damit kann man auch mit leicht wechselnden Lichtverhältnissen brauchbare Ergebnisse erzielen.

Nachbearbeitung

Bei der Aufnahme aus einem fahrenden Auto, kann es durchaus sein, dass eine Nachbearbeitung erforderlich ist. Ich verwende i.d.R. Lightroom dafür und möchte auch anhand von Adobe Lightroom6 die möglichen Nachbearbeitungen erklären.

Eine evtl. durch manuelle Einstellungen suboptimale Belichtung muss natürlich entsprechend korrigiert werden. Schleiher, die durch das Hindurchfotografieren von Scheiben entstehen, können durch den in Version 6 neuen "Dunst entfernen"-Regler verbessert werden. Ältere Versionen verwenden den Klarheits-Regler stattdessen.

Durch das spontane betätigen des Auslösers sind oft störende Elemente am Bildrand oder ein schiefer Horizont vorhanden. Diese Unschönheiten können durch geschicktes Beschneiden und Ausrichten verbessert werden.

Rauschen, dass durch einen hohen ISO-Wert zustande kommt (dieser ist warscheinlich notwendig, weil die hohe Belichtungszeit viel Licht schluckt, was der ISO-Wert wieder kompensieren muss) kann durch die Rauschentfernung in Lightroom reduziert werden.

Noch verbleibender Dreck/Tropen auf der Scheibe (trotz offener Blende), lassen sich mit dem Reparatur-Werkzeug ganz gut entfernen.

Hier einige Vorher-Nachher Bilder, die durch die Scheibe (teilweise sogar mit Regenwetter) fotografiert und anschließend in Lightroom in ein paar Minuten aufbereitet wurden:


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