Herbstfotos zu jeder Zeit

November 17, 2015  •  Kommentar schreiben

Dieses Bild ist nicht in einer wunderbaren Waldlandschaft entstanden, sondern wurde im Studio aufgenommen. Glaubt ihr nicht? Hier erzähle ich euch wie das funktioniert.

Vorweg zunächst ein paar Worte dazu, da ich schon die Puristen aufschreien höre, dass so etwas doch gar nicht geht: Solche Bilder müssen im Wald entstehen, das ist Betrug am Bild, ist ja völlig unecht, etc. RICHTIG: Das Bild hat so wie man es da sieht nie statt gefunden. Trotzdem ist es ein schönes Bild geworden, an dem man sich freuen kann. Vorteile bei der Arbeit im Studio:

  • Unabhängig von Wetter, Tageszeit und sogar Jahreszeit :)
  • Optimale Lichtverhältnisse
  • Kein Wind und keine Feuchtigkeit, die Kleid oder Haare/Makeup und damit das Bild ruinieren.
  • Sabrina hat weder gefroren noch geschwitzt - optimale Umgebungsbedingungen


Doch wie geht sowas? Was habe ich dafür gebraucht. Genaugenommen erstaunlich wenig:

  1. Einen grauen Hintergrund: Ich habe einen Vinyl-Hintergrund verwendet (abwaschbar und robust - auch bei noch etwas feuchtem Laub)
  2. Eine Tüte mit gesammeltem, "schönem" Laub
  3. Eine 120cm Oktabox mit Grid, für schönes, weiches Licht ohne viel Streulicht
  4. Einen Blitz (hier unser Hensel-Studio-Kompaktblitz - aber wäre auch jeder andere gegangen). Ich glaube 250Ws haben gereicht.
  5. Ein Leuchtenstativ um den Blitz zu halten - muss nicht hoch sein, da das Hauptmotiv ja liegt.
  6. Und natürlich ein Hauptmotiv: Vielen Dank an Sabrina, dass du so geduldig im Dreck gelegen hast :)

Nun habe ich das Laub auf dem Boden verteilt und Sabrina hat sich hineingelegt. Ich habe das Laub so verteilt, dass alle grauen stellen auf dem Boden zugedeckt waren. Den Hintergrund habe ich in einem mittleren Grau belassen. Damit lässt sich später besonders gut ein neuer Hintergrund einfügen.

Das Licht kommt von schräg links oben - relativ nah am Modell dran (Stativ so niedrig wie möglich eingestellt). Damit habe ich ein schönes, weiches Licht, was schon alleine wirkt, wie wenn die letzten Sonnenstrahlen im Herbst die Szenerie in ein sanftes Licht tauchen.

Ergebnis daraus ist dieses Bild:

DSC_9909DSC_9909

Der Rest passiert in Photoshop: Einfügen eines beliebigen Waldhintergrundes, der durch Veränderung der Gelb/Grün-Werte in Herbstfarben verwandelt wird. Noch einfacher ist es, wenn man einfach im Herbst ein paar Waldbilder macht. Grauen Hintergrund einfach freistellen und als Maske benutzen um den neuen Hintergrund nur auf dem Grau wirken zu lassen. Entsprechend "weichzeichnen" (wer besonders schönes Bokeh möchte, verwendet nicht den "Gaußschen Weichzeichner", sondern den Iris-Weichzeichner - wirkt etwas harmonischer).

Hier noch ein Bild, was auch aus dieser Reihe stammt:

 

Und wer denkt, das geht nur für den Herbst...auch im Winter lassen sich im Studio jahreszeitlich passende Bilder erstellen:

20140128_184000__DSC9074-968-96920140128_184000__DSC9074-968-969

 

In diesem Sinne...schöne Herbst/Winterzeit :)


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